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Jahreszeiten

Phänologische Jahreszeiten

Winter

Anfang November bis Februar

Mit dem Blattfall der Stieleiche beginnt der Winter. Auch die spätreifenden Äpfel verlieren ihr Laub und die Europäische Lärche ihre Nadeln. Damit beginnt die Vegetationsruhe für heimische an das mitteleuropäische Klima angepasste Pflanzen.

Während der winterlichen Vegetationsruhe überraschen im Phänologischen Garten die leuchtend gelb-orangen Blüten der aus Ostasien und Nordamerika stammenden winterblühenden Zaubernuss (Hamamelis x Intermedia "Jelena").

Sie gehört zur Familie der Zaubernussgewächse und ist eine Kreuzung aus den beiden winterblühenden Arten Hamamelis mollis (Chinesische Zaubernuss) und Hamamelis japonica (Japanische Zaubernuss). Viele ihrer Merkmale sind sortenspezifisch. Die im Phänologischen Garten stehende Hamamelis x intermedia der Sorte „Jelena“ ist Bestandteil des GPM Blühphasenprogamms. Sie ist eine der formschönsten und frühest blühenden Sorten. Ihre Haubtblütezeit liegt im Januar/Februar. Ihre Blätter haben eine wunderschöne orange, rote Herbstfärbung.

Die schmalen fadenförmigen Blütenblätter der Hamamelis rollen sich bei Frost ein und können so Temperaturen bis -10 Grad Celsius schadlos überstehen. An warmen Wintertagen können die ersten Insekten des Jahres schon Pollen an ihr finden.

Beginn der Blüte Zaubernuss

Besonderheiten der Zaubernuss

Die Familie der Zaubernussgewächse ist schon seit der Kreidezeit (vor 66 bis 145 Millionen Jahren) belegt. Sie liegt mit ihren Merkmalen zwischen sehr ursprünglichen, insektenbestäubten Blütenpflanzen aus der Verwandtschaft der Magnolien- und der Rosenartigen und den sekundär wieder zur Windbestäubung zurückgegangenen Birken- und Haselgewächsen. Stammesgeschichtlich repräsentiert sie den Übergang von der Insektenbestäubung zurück zur Windbestäubung. Sie hat noch auffällig gefärbte Kronblätter und produziert auch noch Nektar. Doch selbst in ihrer ostasiatischen Heimat ist zum Zeitpunkt ihrer Blüte kaum ein Insekt unterwegs, also bleibt ihr nur die Windbestäubung. Das bringt ihrer Arterhaltung den Vorteil, dass im Winter nur wenige Pollen in der Luft sind und so Fremdbestäubungen und Kreuzungen weitestgehend ausgeschlossen sind.

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Ende der Blüte
  • herbstliche Blattverfärbung
  • Blattfall

Vorfrühling

Februar bis Ende März

Mit der Blüte der Schneeglöckchen und dem Beginn der Haselblüte beginnt der Vorfrühling. Es folgt die Blüte des Winterlings und die ersten Blätter des Bärlauchs erscheinen. Der Vorfrühling neigt sich mit dem Austrieb der Stachelbeere und der Blüte von Kornelkirsche und Salweide dem Ende zu.

Blühbeginn des Schneeglöckchens

Vollblüte Schneeglöckchen

Das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) ist eine mehrjährige, krautige Zwiebelpflanze aus der Familie der Amaryllisgewächse und ist einer der bekanntesten (Vor-)Frühlingsboten.

Die Blütezeit reicht von Februar bis März, zum Teil beginnt sie schon im Dezember und dauert bis in den April.

Besonderheit

Das Schneeglöckchen beginnt oft schon zu blühen, wenn im Garten noch Schnee liegt. Dabei kann man beobachten, dass der Bereich um den Stängel der kleinen Pflanze meist schneefrei ist. Dafür sorgt das Schneeglöckchen, indem es so genannte Biowärme (etwa 8 bis 10°C) produziert, die den leichten Schnee um Stängel und Blätter schmelzen lässt und so auch gleich für die Bewässerung sorgt.

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Ende der Blüte

Blühbeginn der Gemeinen Hasel

Die Gemeine Hasel (Corylus avellana) gehört zur Familie der Birkengewächse und ist bis heute einer der häufigsten Wildstraucharten Mitteleuropas. Es handelt sich um einen ca. 5 – 6 Meter hohen vielstämmigen aufrechten Strauch, der in Europa und Asien heimisch ist.

Blüte

Die Blüten des Haselstrauches reifen im Vorfrühling. Sowohl weibliche als auch männliche Blüten sind auf einer Pflanze zu finden. Die weiblichen Blüten sind eher unscheinbar, es ragen nur rote Narben aus den Knospen heraus. Die männlichen Kätzchen werden schon im Herbst des Vorjahres angelegt. Als Frühblüher ist die Hasel ein wichtiger Pollenlieferant für Honigbienen.

Früchte

Die Hasel ist bekannt für ihre schon in der Steinzeit vom Menschen genutzten essbaren Früchte. Der größte Teil, der heute im Handel erhältlichen Haselnüsse, stammt von der kälteempfindlicheren Lamberts-Hasel (Corylus maxima), vorwiegend aus der Türkei und Italien.

Eine große Zahl verschiedener Insektenarten ernähren sich von ihren Blättern, Früchten und ihrem Saft.

Bedeutung

Die Hasel hat eine lange kulturelle Tradition in Mitteleuropa. Haselzweige waren Teil von heidnischen, aber auch christlichen Grabbeigaben. Sie besaß einen hohen Stellenwert und es ist aus germanischer Zeit überliefert, dass „Frau Haselin“ nicht gefällt werden durfte. Im antiken Rom war sie Friedenssymbol, in Deutschland wurden Versammlungs- und Gerichtsstätten mit Johannistrieben der Hasel abgesteckt.

Auch abwehrende Eigenschaften (Schlangen, Hexen) wurden der Hasel zugesprochen. Haseln sollen sogar die Eigenschaft besitzen Kraftströme fließen zu lassen. Deshalb werden Haselruten z. B. als Wünschelruten verwendet. Auf den Stock gesetzte Haselsträucher bilden lange biegsame Triebe aus, die man gut zum Flechten von Körben und Zäunen verwenden kann.

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blattentfaltung
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • erste reife Früchte
  • herbstliche Blattverfärbung
  • Blattfall

Erstfrühling

Ende März bis Mitte April

Der Erstfrühling beginnt mit Blüte von Forsythien und Buschwindröschen. Es folgen die Blüte der Schlehe sowie die Blattentfaltung der Birke und der Eberesche. Zum Ende beginnen Löwenzahn, Johannisbeeren, Kirschen, Birne und Eberesche zu blühen

Blühbeginn der Forsythie 

Die Forsythie (Forsythia suspensa) gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Sie ist ein aufrechtwachsender Strauch von bis zu 4 Metern. Wegen ihrer leuchtend gelben Blüten wird sie auch Goldflieder oder Goldglöckchen genannt. Sie zählt zu den beliebtesten und bekanntesten Frühjahrsblütensträuchern.

Aus ökologischer Sicht ist die Forsythie eher kritisch zu betrachten, da sie kaum von Insekten genutzt wird.

Phänologische Bedeutung

Kaum eine andere Gehölzart ist so eng mit dem Beginn des Frühlings verbunden wie die Forsythie. Darum hat die Beobachtung ihres Blühbeginns auch eine lange Tradition.

In Hamburg entdeckte am 27. März 1945 Carl Wendorf im zerstörten Hamburg zum ersten Mal die blühenden Forsythien an der Lombardsbrücke. Seitdem schrieb er jedes Jahr weiter an seinem "Frühlingskalender". Seit Wendorfs Tod im Jahr 1984 führt der mit ihm befreundete Jens Iska-Holtz die Beobachtungen fort. Der Deutsche Wetterdienst hat diese lange phänologische Reihe veröffentlicht und schreibt sie jedes Jahr fort.

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Ende der Blüte
  • Blattentfaltung
  • herbstliche Blattverfärbung
  • Blattfall

Blattentfaltung der Moorbirke 

Die Moorbirke (Betula pubescens) gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Sie zählt zu den Pioniergehölzen, ist also in der Lage vegetationsfreie Flächen erst zu besiedeln.

Besonderheiten

Die Birke gilt als die nördlichste Baumart Europas, sie ist unempfindlich gegen Winterfröste.

Bei Temperaturen unter -40°C wandelt sie in den Zweigen Stärke zu Öl um, wobei Wärme freigesetzt wird. Sie kann außerdem bei Kälte ihre im unteren Bereich der weißen Rinde auftretenden Lüftungsrissen (Korkwarzen) verschließen und so ihre Frosthärte erhöhen.

An einem Sommertag kann eine ausgewachsene Birke bis zu 500 Liter Wasser aus dem Boden ziehen.

Blüte

Wie alle Birken ist die Moorbirke einhäusig getrenntgeschlechtlich, d.h. sie hat männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze. Die männlichen Blütenstände (Kätzchen) sind länglich, herabhängend und verbreiten die Pollen. Die weiblichen Blütenstände sind unscheinbarer, zylindrisch und später auch hängend.

Phänologische Beobachtung

  • Blattentfaltung
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • herbstliche Blattverfärbung

Vollfrühling

Mitte April bis Ende Mai

Mit Beginn der Blüte des Klarapfels und der Blattentfaltung der Stieleiche beginnt der Vollfrühling. Es folgt die Blattentfaltung der Rotbuche und der Esche, die Blüte der Esche und die Reife von Rhabarber. Zum Ende blühen Himbeeren und der Wiesenfuchsschwanz.

Blühbeginn des Klarapfels 

Der Beginn der Apfelblüte (Klarapfel Malus domestica) zeigt den Eintritt des sogenannten Vollfrühlings an.

Die Apfelblüte ist ein weltweit anerkannter Indikator und gehört bereits seit 2006 zu den Nordrhein-westfälischen Umweltindikatoren zur Beobachtung von Klimafolgen. Sie ist inzwischen auch ein Indikator für das Klimafolgenmonitoring.

Der Apfel gehört zu der Pflanzengattung der Kernobstgewächse aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der heutige Kulturapfel ist eine Weiterzüchtung des Holzapfels, dessen Heimat vermutlich im asiatischen Raum lag und der über Handelswege zu uns gelangte.

Bedeutung

Durch seine vielen Zuchtformen und seine gute Lagerfähigkeit ist er von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die vermutlich älteste Sorte „Borsdorfer Apfel“ wurde bereits Ende des 12. Jahrhunderts erwähnt.

Ende des 19. Jahrhunderts gab es mehr als 20.000 Apfelzüchtungen weltweit. Von den 1.500 heute in Deutschland bekannten Sorten werden nur noch rund 60 Sorten angebaut. Derzeit sind in Europa lediglich 3 Sorten mit über 70% Anteil auf dem Markt.

Durch die Vielzahl der Sorten und deren unterschiedlichen Reifezeitpunkten ist die Apfelernte vom Spätsommer, Ende Juli (Klarapfel) bis in den Spätherbst, Ende November möglich.

Phänologische Beobachtung

  • Aufbrechen der Blütenknospen
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Ende der Blüte
  • Pflückreife
  • herbstlicher Blattfall

Blattentfaltung der Rotbuche 

Die Rotbuche (Fagus sylvatica) gehört zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Sie ist die in Mitteleuropa häufigste Baumart. Ihr leicht rötliches Holz verhalf ihr zu ihrem Namen.

Sie wurde Baum des Jahres 2022 und ist ein wirtschaftlich und ökologisch wichtiger Baum. Unter den europäischen Bäumen kann die Rotbuche mit bis zu 300 Jahren ein sehr hohes Alter erreichen.

Aus den frisch entfalteten Buchenblättern lässt sich ein leckerer Baumblättersalat zubereiten.

Beginn der Blattentfaltung Rotbuche

Früchte

Die Früchte der Rotbuche (Bucheckern) sind essbar, enthalten aber Fagin, weshalb sie in größeren Mengen nur abgekocht verzehrt werden sollten. Sie werden von Vögeln und Säugetieren verbreitet. Früher wurden sie zur Schweinemast und zur Gewinnung des Buchenöls verwendet.

Nutzung des Holzes

Für Bauzwecke ist Buchenholz wegen seiner geringen Elastizität und geringer Fäulnisresistenz ungeeignet. Es wird jedoch gerne als Möbelholz verwendet, da es unter Wasserdampf gut formbar ist.

Vor der Steinkohlzeit wurde es wegen seines hohen Brennwertes besonders in der Eisen- und Glashüttenindustrie für den Heizbedarf genutzt.

Aus Buchenholz gewonnene Holzkohle und Holzasche diente früher zu medizinischen Zwecken, da sie desinfizierende Eigenschaften hat.

Der Begriff „Buchstabe“ ist genau wie der Begriff „Buch“ auf die Buche zurückzuführen, da die Germanen Runen in Stäbe aus Buchenholz ritzten.

Frisch ausgetriebenes Blatt der Rotbuche

Bedeutung der Buche für die Wälder

Laut Waldzustandsbericht der Bundesregierung weist die Buche die geringste Absterberate auf. Es spricht vieles dafür, dass sie ihren Platz in den Wäldern erhalten kann.

Sie kommt überall in Deutschland vor und  wäre geeignet, die Gefährdung der Wälder durch die zunehmenden Trockenperioden zumindest abzumildern. Im Winter kann an der kahlen Buche - im Gegensatz zu den ganzjährig grünen Nadelgehölzen - ein großer Teil des Niederschlagswasser in den Boden abfließen.

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blattentfaltung
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • erste reife Früchte
  • herbstliche Blattverfärbung
  • Blattfall

Frühsommer

Ende Mai bis Ende Juni

Mit Beginn der Blüte des schwarzen Holunders beginnt der phänologische Frühsommer. Es folgen die Blüte des Raps, der Robinie, des Mohns und der Margerite. Zum Ende reifen frühe Erdbeeren und Süßkirschen.

Blühbeginn des Schwarzen Holunders 

Vollblüte Holunder

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) - auch als Holderbusch oder Holler bekannt - gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse und ist eine der in Mitteleuropa häufigsten Straucharten.

Er wächst als bis zu 11 Meter hoher Strauch oder kleiner Baum mit starker Verzweigung. Die robuste, anspruchslose Pflanze gedeiht besonders gut auf feuchten, stickstoffreichen Böden. Kleine, weißliche Blüten sitzen an schirmartigen Rispen und verströmen einen charakteristischen, blumig frischen Duft.

Der Name „Holunder“ leitet sich möglicherweise aus der nordischen Mythologie ab, dort wird er mit der Unterweltsgöttin Frau Holle in Verbindung gebracht.

Erste reife Früchte Holunder

Verwendung der Blüten und Früchte

Seine Blüten und Früchte finden als Heil -, Lebens – und Färbemittel vielfach Verwendung. So ist der Saft aus den Beeren und der Tee aus Rinde und Blütenständen ein bekanntes Mittel gegen Erkältungskrankheiten, Gicht, und rheumatische Erkrankungen, aber auch sehr gut zur Stärkung von Herz und Kreislauf geeignet.

Die heilsame Wirkung erhält der Holunder durch den hohen Gehalt an Vitamin C, Fruchtsäuren, ätherischen Ölen und vor allem durch die farbgebenden Anthocyanidine. Diese Antioxidantien schützen vor freien Radikalen und haben einen entzündungshemmenden, schmerzlindernden und fiebersenkenden Effekt. Für die schweißtreibende und schleimlösende Wirkung sind die ätherischen Öle verantwortlich.

Alle Pflanzenteile des Schwarzen Holunders enthalten cyanogene Glycoside. Sie können zu Magen- und Darmbeschwerden führen. Durch Erhitzen zerfallen diese Glycoside und deshalb ist anschließend der Verzehr völlig unbedenklich. In Teig ausgebacken geben die Blütenstände eine köstliche Süßspeise (Rezept).

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blattentfaltung
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • erste reife Früchte
  • herbstliche Blattverfärbung
  • Blattfall

Blühbeginn des Raps 

Vollblüte Raps

Bedeutung des Raps

Raps wird schon seit Jahrhunderten wegen des hohen Ölgehaltes seiner Samen angebaut. Er wurde sowohl zur Margarineherstellung genutzt, als auch z. B. als Brennstoff für Öllampen, Schmiermittel und für die Herstellung von Seife.

Als Lebens- und Futtermittel könnte der Raps kaum verwendet werden, weil erhebliche Mengen an Erucasäure enthielt, die bei Säugetieren zu Organschäden und Herzproblemen führt. Erst ab Mitte der 70er Jahre war die heutige überwiegende Nutzung des Raps für Speiseöl und Futtermittel möglich, da zu der Zeit die ersten erucasäurearmen Rapssorten entwickelt wurden.

Raps (Brassica napus), oder auch Reps genannt, ist eine ein- oder zweijährig krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Er erreicht eine Höhe von ca. 80 bis 180 cm.

Im Frühsommer erstrahlen ganze Landschaften im Gelb der Rapsblüte. Bei gelbblühenden Feldern im Spätsommer und Herbst handelt es sich um Gelbsenf, der als Gründüngung angebaut wird.

Nachdem durch die Neuzüchtungen zunächst die Verwendung als wertvolles Speiseöl im Mittelpunkt stand, rückte nach und nach seine Verwendung als nachwachsender Rohstoff für die Erzeugung von Biokraftstoff in den Vordergrund.

Raps gehört zu den ersten großflächig angebauten gentechnisch veränderten Nutzpflanzen. Dieser gentechnisch veränderte Raps wird hauptsächlich in den USA und Kanada angebaut, in der EU gibt es keine Zulassung für den kommerziellen Anbau.

Vollblüte Raps

Phänologische Beobachtung

  • Aussaat
  • Austrieb
  • Rosettenbildung
  • Schossen
  • Knospenbildung
  • Beginn der Blüte
  • Vollreife
  • Ernte

Hochsommer

Ende Juni bis Ende Juli

Mit der Blüte der Sommerlinde und der Fruchtreife der Johannisbeere beginnt der Hochsommer. Es folgen die Blüte des Lavendels, der Wilden Möhre und der Kartoffel. Zum Ende reifen die Sauerkirschen.

Pflückreife der Roten Johannisbeere 

Fruchtreife Johannisbeere

Der Name Johannisbeere leitet sich vom Johannistag (24. Juni) her, um den herum die ersten Sorten reif werden.

Die Johannisbeere (Ribes rubrum) gehört zur Familie der Stachelbeergewächse und ist auch als Ribseln bekannt. Einige Arten werden als Beerenobst und andere als Zierpflanzen (Alpenjohannisbeere, Blutjohannisbeere) genutzt. Johannisbeersträucher werden etwa 1 bis 1,5 Meter hoch.

Früchte

Die Johannisbeere fehlte früher in keinem Nutzgarten. Die Früchte schmecken leicht säuerlich und sind sehr Vitamin-C-haltig. Die gesunden Beeren werden gerne zu Marmeladen und Gelees verarbeitet. Sie schmecken auch hervorragend in Süßspeisen oder Kuchen (Rezept). Johannisbeeren gibt es in roter, weißer oder schwarzer Ausführung.

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blattentfaltung
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Ende der Blüte
  • Pflückreife

Fruchtreife der Sauerkirsche 

Die Sauerkirsche (Prunus cerasus) gehört zur Familie der Rosengewächse und wird auch Weichselkirsche oder nur Weichsel genannt. Sie wächst als Baum, Strauch oder Busch, wird bis zu 10 Meter hoch und weist eine lockere, rundliche Krone auf.

Die Sauerkirsche wird in der gesamten Nordhemisphäre als Obstbaum immer häufiger angebaut: Sie ist unempfindlicher als die Süßkirsche gegen Spätfrost, Hagel, Starkregen und Schädlinge, weniger arbeitsintensiv als diese und ihre Früchte werden nicht so gerne von Vögeln gefressen.

In der Imkerei ist die Sauerkirsche wegen des hohen Zuckergehaltes des Nektars eine geschätzte Tracht.

Phänologische Beobachtung

  • Aufbrechen der Blütenknospen
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Ende der Blüte
  • Pflückreife
  • herbstliche Blattverfärbung
Pflückreife Sauerkirsche

Spätsommer

Ende Juli bis Ende August

Die Fruchtreife des Klarapfels zeigt den Beginn des Spätsommers an. Die ersten Früchte der Eberesche und des Holunders werden reif und die Getreideernte ist in vollem Gange. Zum Ende des Spätsommers beginnt die Heide zu blühen.

Erste reife Früchte der Eberesche 

Reife Früchte Eberesche

Die Eberesche (Sorbus aucuparia) gehört zur Pflanzengattung der Mehlbeeren aus der Familie der Rosengewächse und ist auch unter dem Namen Vogelbeere bekannt. Ihr lateinischer Name „aucuparia“ bedeutet so viel wie „Vogel fangen“, tatsächlich wurden die Beeren früher beim Vogelfang als Lockmittel eingesetzt.

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blattentfaltung
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Johannistrieb
  • erste reife Früchte
  • herbstliche Blattverfärbung
  • Blattfall
Reife Früchte Eberesche

Besonderheiten

Verwendung der Früchte

Der bis 15 m hohe sommergrüne Baum ist sehr anspruchslos und wächst als Pionierpflanze auch unter schlechten Bedingungen. Da die Eberesche sehr tief wurzelt und kälteunempfindlich ist, wird sie häufig in lawinengefährdeten Gebieten angepflanzt.

Sie ist ein beliebter Straßenbaum zum einen auf Grund ihrer guten Verträglichkeit gegenüber Luftverunreinigungen und zum anderen wegen ihrer schönen Früchte. Ihr Nachteil als Straßenbaum liegt in ihrer Hitzeempfindlichkeit.

Die sehr gesunden roten Beeren enthalten Vitamin C und das Provitamin A. Allerdings enthalten die Beeren einiger Arten auch Parasorbin, was zu Magenproblemen führen kann. Durch Kochen wird die Parasorbinsäure abgebaut, so sind die Beeren auch in großen Mengen gut verträglich (Rezept Vogelbeer-Marmelade).

Die gekochten Beeren waren früher ein wichtiges Mittel gegen Skorbut und Zuckerersatz für Diabetiker (Sorbose -> Sorbit). Auch in der Naturheilkunde finden Blätter und Blüten Verwendung.

Darüber hinaus ist die Eberesche eine wichtige Futterpflanze für viele Tierarten (Säugetiere, Insekten und vor allem Vogelarten).


Blühbeginn der Heide 

Vollblüte Heide

Verwendung der Pflanze

Die Besenheide enthält medizinisch wirksame Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe, Kieselsäure, Glykoside und Harze.

Dem Volksglauben nach soll sie u.a. gegen Nierenbeschwerden, Leberleiden, rheumatischen Erkrankungen, Husten, Ekzemen, Koliken, Magenschmerzen und vielem mehr helfen. In der traditionellen Medizin galt ein Tee aus Heidekrautblüten als Einschlafhilfe.

Wissenschaftlichen Untersuchungen deuten darauf hin, dass Calluna-Extrakt die Vermehrung pathogener Bakterien, die Harnwegsinfektionen auslösen, bremst.

Die Besenheide (Calluna vulgaris) gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie wird auch Heidekraut genannt und ist eine prägende Pflanzenart der Heidelandschaft.

Der verholzende und immergrüne Zwergstrauch wächst relativ langsam und kann etwa 40 Jahre alt werden. Bei ungestörter Entwicklung wird eine Höhe von 100 Zentimeter erreicht.

Sie ist als Bienenweide von erheblicher Bedeutung.

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Ende der Blüte
Vollblüte Heide

Frühherbst

Ende August bis Mitte September

Mit der Fruchtreife des Holunders beginnt der Frühherbst. Die Philipps-Birne erreicht ihre Fruchtreife und die Sonnenblumen stehen in voller Blüte. An der Kornelkirsche zeigen sich erste reife Früchte und der Buchweizen kann geerntet werden.

Pflückreife der Birne 

Fruchtreife Birne

Die Birne (Pyus communis) ist wie auch der Apfel ein Kernobstgewächs und gehört zur Familie der Rosengewächse. Birnen sind ein Kulturbegleiter, schon Homer berichtete von ihnen. Sie stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und Vorderasien. Bei der Sorte „Philipps Birne“ im Phänologischen Garten handelt es sich um eine alte Kultursorte mit breitem Wuchs.

Im Mittelalter verbreitete sich die Birne in Europa, woraufhin dann eine umfangreiche Sortenzüchtung einsetzte.

Die heutige Anzahl der Sorten weltweit wird auf 5000 geschätzt, wobei sich der Anbau in der Europäischen Union nur auf ein paar Sorten beschränkt.

Birnen zählen zu den ballaststoffreichsten Obstsorten. Sie sind vitamin- und mineralstoffreich und sind auf Grund ihrer geringen Fruchtsäure leicht verdaulich.

Birnenbaum im Phänologischen Garten

Phänologische Beobachtung

  • Aufbrechen der Blütenknospen
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Ende der Blüte
  • Pflückreife
  • Blattfall

Blühbeginn der Sonnenblume 

Blüten Sonnenblume

Die Sonnenblume (Helianthus annuus) gehört zur Familie der Korbblütler.

Sie ist einjährig und erreicht meist eine Höhe um die 2 Meter. Ihre besondere Eigenschaft ist, dass sie sich immer dem Sonnenlicht zuzuwendet (Heliotropismus). Wenn die Sonne scheint wandert die Knospe von Ost nach West um dann nachts wieder in östlicher Richtung zu verweilen. Nach dem Öffnen der Blüte verbleiben die Blüten in östlicher Richtung und die Stiele verhärten.

Die Ursprünge der Sonnenblume liegen in Nord- und Mittelamerika. In Europa wurde sie zu Beginn als reine Zierpflanze angebaut. Später röstete man die Kerne um sie als Kaffee-Ersatz zu verwenden. Erst mit der Zeit erkannte man ihren Nutzen als Öllieferant.

Neben der Nutzung als wertvolles Speiseöl kann man es als raffiniertes Öl in der Industrie verwenden. Aber das Sonnenblumenöl eignet sich auch für die industrielle Verarbeitung in Medizin und Pharmazie. Heute belegt sie Platz 3 unter den weltweit Angebauten Ölpflanzen (nach Soja und Raps).

Blüte Sonnenblume

Phänologische Beobachtung

  • Aussaat
  • Austrieb/ Aufgang
  • Knospenbildung
  • Beginn der Blüte
  • Ernte

Vollherbst

Mitte September bis Ende Oktober

Mit den ersten reifen Früchten der Stieleiche hält der Vollherbst Einzug. Sonnenblumenkerne können geerntet werden und die Blätter der Süßkirsche fangen schon an sich herbstlich zu verfärben.

Ivenacker Eiche
Beginn Blattentfaltung und Vollblüte Stieleiche

Die Edel- oder Esskastanie (Castanea sativa) stammt ursprünglich aus Kleinasien. Sie gehört zur Familie der Buchengewächse.

In den vergangenen Jahrtausenden verbreitete sie sich im gesamten Raum zwischen dem Kaukasus und Portugal, oft mit Hilfe des Menschen, der ihre nahrhaften, wohlschmeckenden und zudem gut lagerfähigen Früchte schon lange schätzt. Sie wurde durch die Römer zu uns nach Mitteleuropa gebracht.
Die Blüten erscheinen zwischen Juni und Juli. Die Erntezeit der Maronen beginnt im September und reicht bis in den November. Die braunen Nussfrüchte liegen in einer hellgrünen, stacheligen Schale. Sie erinnern an kleine Igel.

Reife Früchte Stieleiche

Verwendung

Vor allem in Südeuropa war die Esskastanie ein wichtiges Grundnahrungsmittel für die Bevölkerung. Auf unseren Weihnachtsmärkten werden sie heute als Maronen angeboten oder für die Füllung der Weihnachtsgans verwendet. Als Mehl vermahlen kann man sie zum Backen nutzen. Sie ist glutenfrei und kann somit gut als Getreideersatz verwendet werden. Ebenso lassen sich leckere Brotaufstriche herstellen. Auf Korsika und in der Schweiz wird aus ihnen auch Bier hergestellt, die Esskastanie wird dazu für den Brauvorgang verwendet. Auch lässt sich eine leckere Suppe daraus zubereiten.

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blattentfaltung
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Beginn der Fruchtreife
  • Blattfall

Spätherbst

Mitte Oktober bis Anfang November

Der Spätherbst beginnt mit der Herbstfärbung der Stieleiche. Bei Rotbuche und Eberesche beginnt der Blattfall und die Esskastanie wirft ihre reifen Früchte ab.

Erste reife Früchte der Esskastanie 

Reifende Früchte Esskastanie
Reife Frucht Esskastanie

Die Edel- oder Esskastanie (Castanea sativa) stammt ursprünglich aus Kleinasien. Sie gehört zur Familie der Buchengewächse.

In den vergangenen Jahrtausenden verbreitete sie sich im gesamten Raum zwischen dem Kaukasus und Portugal, oft mit Hilfe des Menschen, der ihre nahrhaften, wohlschmeckenden und zudem gut lagerfähigen Früchte schon lange schätzt. Sie wurde durch die Römer zu uns nach Mitteleuropa gebracht.
Die Blüten erscheinen zwischen Juni und Juli. Die Erntezeit der Maronen beginnt im September und reicht bis in den November. Die braunen Nussfrüchte liegen in einer hellgrünen, stacheligen Schale. Sie erinnern an kleine Igel.

Verwendung

Vor allem in Südeuropa war die Esskastanie ein wichtiges Grundnahrungsmittel für die Bevölkerung. Auf unseren Weihnachtsmärkten werden sie heute als Maronen angeboten oder für die Füllung der Weihnachtsgans verwendet. Als Mehl vermahlen kann man sie zum Backen nutzen. Sie ist glutenfrei und kann somit gut als Getreideersatz verwendet werden. Ebenso lassen sich leckere Brotaufstriche herstellen. Auf Korsika und in der Schweiz wird aus ihnen auch Bier hergestellt, die Esskastanie wird dazu für den Brauvorgang verwendet. Auch lässt sich eine leckere Suppe daraus zubereiten.

Phänologische Beobachtung

  • Beginn der Blattentfaltung
  • Beginn der Blüte
  • Vollblüte
  • Beginn der Fruchtreife
  • Blattfall